Jede Führungskraft kennt sie: Mitarbeiter, mit denen jedes Gespräch Energie kostet, die die Stimmung im Team negativ beeinflussen oder Entscheidungen dauerhaft blockieren. Schwierige Mitarbeitertypen sind keine Ausnahme, sondern Teil der Führungsrealität. Der Unterschied liegt darin, wie du damit umgehst.
Schwierige Mitarbeiter sind Menschen, deren Verhalten die Zusammenarbeit, die Teamdynamik oder die Leistungsfähigkeit einer Gruppe dauerhaft belastet – unabhängig davon, ob sie das bewusst tun oder nicht.
Wichtig: „Schwierig" ist keine Charaktereigenschaft, sondern eine Beschreibung eines Verhaltensmusters in einem bestimmten Kontext. Was in einem Team als schwierig gilt, kann in einem anderen Umfeld eine Stärke sein. Trotzdem gibt es Muster, die sich immer wieder zeigen und die Führungskräfte kennen sollten.
In der Führungspraxis haben sich fünf Typen herauskristallisiert, die besonders häufig als schwierig erlebt werden:
Dieser Typ findet an allem etwas auszusetzen – Entscheidungen, Prozesse, Kollegen, das Wetter. Er klagt viel, aber bringt selten konstruktive Alternativen. Das Gefährliche: Negativität ist ansteckend. Ein einziger Dauernörgler kann die Stimmung eines ganzen Teams vergiften.
Was hilft: Klar benennen, was du beobachtest. Fragen stellen, die zu Lösungen führen: „Was würdest du stattdessen vorschlagen?". Grenzen setzen, wenn die Negativität andere belastet.
Lehnt Veränderungen grundsätzlich ab – neue Prozesse, Tools, Strukturen. Reagiert auf Neues mit Skepsis, Verweigerung oder passivem Widerstand. Oft steckt dahinter Angst vor Kontrollverlust oder schlechte Erfahrungen mit früheren Veränderungen.
Was hilft: Den Widerstand ernst nehmen, nicht übergehen. Fragen, was die Bedenken sind und was gebraucht wird, um mitzumachen. Veränderungen erklären, nicht nur verkünden.
Arbeitet am liebsten allein, teilt Informationen nicht, kooperiert ungern. Im Team verursacht er Silos und Reibungsverluste. Oft ist er fachlich sehr kompetent, was die Situation komplizierter macht.
Was hilft: Klare Erwartungen an Zusammenarbeit formulieren. Teamarbeit nicht als Option, sondern als Teil der Rolle definieren. Stärken würdigen und gleichzeitig klarmachen, dass Kooperation nicht verhandelbar ist.
Provoziert bewusst oder unbewusst Auseinandersetzungen, zieht andere in Konflikte hinein, eskaliert Situationen, die sich eigentlich leicht lösen ließen. Das Team erschöpft sich in Dramen statt in Arbeit.
Was hilft: Früh eingreifen – nicht warten, bis es eskaliert. Klare Kommunikationsregeln im Team etablieren. Im Einzelgespräch das Verhalten konkret benennen und Konsequenzen aufzeigen.
Macht Dienst nach Vorschrift, zeigt keine Initiative, ist emotional längst weg. Oft das Ergebnis von fehlender Wertschätzung, mangelnden Entwicklungsperspektiven oder ungelösten Konflikten. Der innerlich Gekündigte ist besonders schwer zu führen, weil er selten auffällt – bis es zu spät ist.
Was hilft: Ein offenes Gespräch suchen. Herausfinden, was passiert ist. Gemeinsam überlegen, was sich verändern müsste und ob das realistisch ist.
Neben den fünf klassischen schwierigen Typen gibt es weitere Muster, die in der Führungspraxis relevant sind:
|
Typ |
Verhalten |
Führungsansatz |
|---|---|---|
|
Der Perfektionist |
Liefert zu spät, weil nichts gut genug ist |
Klare Deadlines, „gut genug" definieren |
|
Der Ja-Sager |
Verspricht alles, hält wenig |
Commitments schriftlich festhalten, nachfassen |
|
Der Wissensmonopolist |
Hält Informationen zurück, um unersetzbar zu bleiben |
Wissenstransfer zur Teamaufgabe machen |
|
Der Drama-King/Queen |
Macht aus kleinen Problemen große Krisen |
Emotionale Reaktionen nicht verstärken, sachlich bleiben |
|
Der Underperformer |
Liefert dauerhaft unter Erwartung |
Klare Ziele, regelmäßiges Feedback, Konsequenzen bei Nicht-Änderung |
Nicht jeder Mitarbeiter, der gerade schwierig wirkt, ist ein schwieriger Mitarbeiter. Wichtige Unterscheidungen:
Die Frage ist immer: Belastet das Verhalten dauerhaft das Team oder die Zusammenarbeit? Wenn ja, ist Handeln gefragt.
Sammle konkrete Beobachtungen – keine Eindrücke, keine Gerüchte. Was genau passiert? In welchen Situationen? Wie häufig?
Schwierige Mitarbeiter brauchen ein direktes, wertschätzendes Gespräch – keine Umwege über Kollegen oder indirekte Signale. Sprich konkret an, was du beobachtest, und lass Raum für die Perspektive des Mitarbeiters.
„Mir ist aufgefallen, dass … Wie siehst du das?"
Sage deutlich, was du dir wünschst und was nicht mehr akzeptabel ist. Vage Hoffnungen verändern nichts.
„Ich erwarte, dass du in Teambesprechungen konstruktiv beiträgst – auch wenn du anderer Meinung bist."
Oft steckt hinter schwierigem Verhalten etwas, das du als Führungskraft nicht siehst: Überforderung, Unterforderung, private Belastungen, ungelöste Konflikte. Frag nach – ohne zu therapieren.
Lege fest, was sich konkret verändern soll und wann ihr wieder schaut, wie es läuft. Ohne Nachhalten verpuffen selbst die besten Gespräche.
Wenn sich trotz klarer Gespräche und Vereinbarungen nichts verändert, braucht es Konsequenzen. Das ist keine Niederlage – es ist Führungsverantwortung.
Das situative Führungsmodell unterscheidet vier Grundtypen nach Kompetenz und Motivation – auch bei schwierigen Mitarbeitern ist diese Einordnung hilfreich:
|
Typ |
Kompetenz |
Motivation |
Führungsstil |
|---|---|---|---|
|
Enthusiast |
Gering |
Hoch |
Direktiv: anleiten, erklären |
|
Lernender |
Wächst |
Schwankend |
Coachend: unterstützen, ermutigen |
|
Zögernder |
Hoch |
Gering |
Unterstützend: zuhören, Sinn vermitteln |
|
Profi |
Hoch |
Hoch |
Delegierend: Freiraum geben |
Schwierige Mitarbeiter sind häufig Zögernde – hohe Kompetenz, aber fehlende Motivation. Das Gespräch über Sinn, Wertschätzung und Entwicklungsperspektiven kann hier mehr bewirken als jede Maßnahme.
Diese Fehler machen die Situation häufig schlimmer:
Wenn Du gerne daran arbeiten möchtest, mit schwierigen Mitarbeitertypen klarer, souveräner und zugleich wertschätzend umzugehen, kann ein individuelles Coaching Dich dabei unterstützen. Gemeinsam kannst Du Deine konkrete Situation reflektieren, schwierige Gespräche vorbereiten und einen Führungsansatz entwickeln, der zu Dir und Deinem Team passt.
In einem kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch kannst du schildern, was dich gerade herausfordert. Wir können gemeinsam besprechen, welche nächsten Schritte sinnvoll sind und ob eine Coaching-Begleitung zu deinem Anliegen passt. Anschließend entscheidest du in Ruhe und ohne Druck.
Das Wichtigste zu schwierigen Mitarbeitertypen zusammengefasst: