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Schwierige Mitarbeitertypen
Karriere

Schwierige Mitarbeitertypen führen: Wie du mit herausfordernden Persönlichkeiten im Team umgehst

Corinna Behling
Corinna Behling

Jede Führungskraft kennt sie: Mitarbeiter, mit denen jedes Gespräch Energie kostet, die die Stimmung im Team negativ beeinflussen oder Entscheidungen dauerhaft blockieren. Schwierige Mitarbeitertypen sind keine Ausnahme, sondern Teil der Führungsrealität. Der Unterschied liegt darin, wie du damit umgehst.

Was sind schwierige Mitarbeiter?

Schwierige Mitarbeiter sind Menschen, deren Verhalten die Zusammenarbeit, die Teamdynamik oder die Leistungsfähigkeit einer Gruppe dauerhaft belastet – unabhängig davon, ob sie das bewusst tun oder nicht.

Wichtig: „Schwierig" ist keine Charaktereigenschaft, sondern eine Beschreibung eines Verhaltensmusters in einem bestimmten Kontext. Was in einem Team als schwierig gilt, kann in einem anderen Umfeld eine Stärke sein. Trotzdem gibt es Muster, die sich immer wieder zeigen und die Führungskräfte kennen sollten.

Welche Mitarbeitertypen gibt es und welche sind besonders herausfordernd?

Welche fünf Formen von schwierigen Mitarbeitern gibt es?

In der Führungspraxis haben sich fünf Typen herauskristallisiert, die besonders häufig als schwierig erlebt werden:

1. Der Dauernörgler

Dieser Typ findet an allem etwas auszusetzen – Entscheidungen, Prozesse, Kollegen, das Wetter. Er klagt viel, aber bringt selten konstruktive Alternativen. Das Gefährliche: Negativität ist ansteckend. Ein einziger Dauernörgler kann die Stimmung eines ganzen Teams vergiften.

Was hilft: Klar benennen, was du beobachtest. Fragen stellen, die zu Lösungen führen: „Was würdest du stattdessen vorschlagen?". Grenzen setzen, wenn die Negativität andere belastet.

2. Der Widerständler

Lehnt Veränderungen grundsätzlich ab – neue Prozesse, Tools, Strukturen. Reagiert auf Neues mit Skepsis, Verweigerung oder passivem Widerstand. Oft steckt dahinter Angst vor Kontrollverlust oder schlechte Erfahrungen mit früheren Veränderungen.

Was hilft: Den Widerstand ernst nehmen, nicht übergehen. Fragen, was die Bedenken sind und was gebraucht wird, um mitzumachen. Veränderungen erklären, nicht nur verkünden.

3. Der Einzelkämpfer

Arbeitet am liebsten allein, teilt Informationen nicht, kooperiert ungern. Im Team verursacht er Silos und Reibungsverluste. Oft ist er fachlich sehr kompetent, was die Situation komplizierter macht.

Was hilft: Klare Erwartungen an Zusammenarbeit formulieren. Teamarbeit nicht als Option, sondern als Teil der Rolle definieren. Stärken würdigen und gleichzeitig klarmachen, dass Kooperation nicht verhandelbar ist.

4. Der Konfliktsucher

Provoziert bewusst oder unbewusst Auseinandersetzungen, zieht andere in Konflikte hinein, eskaliert Situationen, die sich eigentlich leicht lösen ließen. Das Team erschöpft sich in Dramen statt in Arbeit.

Was hilft: Früh eingreifen – nicht warten, bis es eskaliert. Klare Kommunikationsregeln im Team etablieren. Im Einzelgespräch das Verhalten konkret benennen und Konsequenzen aufzeigen.

5. Der Innerlich Gekündigte

Macht Dienst nach Vorschrift, zeigt keine Initiative, ist emotional längst weg. Oft das Ergebnis von fehlender Wertschätzung, mangelnden Entwicklungsperspektiven oder ungelösten Konflikten. Der innerlich Gekündigte ist besonders schwer zu führen, weil er selten auffällt – bis es zu spät ist.

Was hilft: Ein offenes Gespräch suchen. Herausfinden, was passiert ist. Gemeinsam überlegen, was sich verändern müsste und ob das realistisch ist.

Welche Mitarbeitertypen gibt es darüber hinaus?

Neben den fünf klassischen schwierigen Typen gibt es weitere Muster, die in der Führungspraxis relevant sind:

Typ

Verhalten

Führungsansatz

Der Perfektionist

Liefert zu spät, weil nichts gut genug ist

Klare Deadlines, „gut genug" definieren

Der Ja-Sager

Verspricht alles, hält wenig

Commitments schriftlich festhalten, nachfassen

Der Wissensmonopolist

Hält Informationen zurück, um unersetzbar zu bleiben

Wissenstransfer zur Teamaufgabe machen

Der Drama-King/Queen

Macht aus kleinen Problemen große Krisen

Emotionale Reaktionen nicht verstärken, sachlich bleiben

Der Underperformer

Liefert dauerhaft unter Erwartung

Klare Ziele, regelmäßiges Feedback, Konsequenzen bei Nicht-Änderung

 

Was sind schwierige Mitarbeiter und was nicht?

Nicht jeder Mitarbeiter, der gerade schwierig wirkt, ist ein schwieriger Mitarbeiter. Wichtige Unterscheidungen:

  • Temporäre Belastung vs. dauerhaftes Muster: Jemand, der nach einem Verlust oder in einer Krise kurz schwierig ist, braucht Unterstützung – keine Konfrontation.
  • Fachliche Kritik vs. destruktives Verhalten: Wer Entscheidungen hinterfragt und Alternativen vorschlägt, ist kein Nörgler – er ist wertvoll.
  • Introversion vs. Teamunfähigkeit: Wer ruhig ist und wenig redet, ist nicht automatisch ein Einzelkämpfer.

Die Frage ist immer: Belastet das Verhalten dauerhaft das Team oder die Zusammenarbeit? Wenn ja, ist Handeln gefragt.

Wie führt man schwierige Mitarbeitertypen?

Schritt 1: Beobachten statt bewerten

Sammle konkrete Beobachtungen – keine Eindrücke, keine Gerüchte. Was genau passiert? In welchen Situationen? Wie häufig?

Schritt 2: Das direkte Gespräch suchen

Schwierige Mitarbeiter brauchen ein direktes, wertschätzendes Gespräch – keine Umwege über Kollegen oder indirekte Signale. Sprich konkret an, was du beobachtest, und lass Raum für die Perspektive des Mitarbeiters.

„Mir ist aufgefallen, dass … Wie siehst du das?"

Schritt 3: Erwartungen klar formulieren

Sage deutlich, was du dir wünschst und was nicht mehr akzeptabel ist. Vage Hoffnungen verändern nichts.

„Ich erwarte, dass du in Teambesprechungen konstruktiv beiträgst – auch wenn du anderer Meinung bist."

Schritt 4: Ursachen verstehen

Oft steckt hinter schwierigem Verhalten etwas, das du als Führungskraft nicht siehst: Überforderung, Unterforderung, private Belastungen, ungelöste Konflikte. Frag nach – ohne zu therapieren.

Schritt 5: Vereinbarungen treffen und nachhalten

Lege fest, was sich konkret verändern soll und wann ihr wieder schaut, wie es läuft. Ohne Nachhalten verpuffen selbst die besten Gespräche.

Schritt 6: Konsequenzen ziehen, wenn nötig

Wenn sich trotz klarer Gespräche und Vereinbarungen nichts verändert, braucht es Konsequenzen. Das ist keine Niederlage – es ist Führungsverantwortung.

Welche 4 Mitarbeitertypen gibt es nach dem klassischen Modell?

Das situative Führungsmodell unterscheidet vier Grundtypen nach Kompetenz und Motivation – auch bei schwierigen Mitarbeitern ist diese Einordnung hilfreich:

Typ

Kompetenz

Motivation

Führungsstil

Enthusiast

Gering

Hoch

Direktiv: anleiten, erklären

Lernender

Wächst

Schwankend

Coachend: unterstützen, ermutigen

Zögernder

Hoch

Gering

Unterstützend: zuhören, Sinn vermitteln

Profi

Hoch

Hoch

Delegierend: Freiraum geben

 

Schwierige Mitarbeiter sind häufig Zögernde – hohe Kompetenz, aber fehlende Motivation. Das Gespräch über Sinn, Wertschätzung und Entwicklungsperspektiven kann hier mehr bewirken als jede Maßnahme.

Was sollten Führungskräfte bei schwierigen Mitarbeitern vermeiden?

Diese Fehler machen die Situation häufig schlimmer:

  • Zu lange warten: Probleme lösen sich selten von selbst. Je länger gewartet wird, desto tiefer graben sich Muster ein.
  • Über den Mitarbeiter reden statt mit ihm: Gerüchte und Flurfunk sind keine Führung.
  • Öffentliche Kritik: Rückmeldungen zu Verhalten gehören immer unter vier Augen.
  • Alle gleich behandeln: Schwierige Mitarbeiter brauchen oft mehr Aufmerksamkeit und klarere Strukturen – nicht weniger.
  • Das Problem dem Team überlassen: Wenn Kollegen kompensieren müssen, was ein schwieriger Mitarbeiter nicht liefert, entsteht Frust und du verlierst die Besten.

Schwierige Mitarbeitertypen souverän führen: Coaching für Deinen Führungsalltag

Wenn Du gerne daran arbeiten möchtest, mit schwierigen Mitarbeitertypen klarer, souveräner und zugleich wertschätzend umzugehen, kann ein individuelles Coaching Dich dabei unterstützen. Gemeinsam kannst Du Deine konkrete Situation reflektieren, schwierige Gespräche vorbereiten und einen Führungsansatz entwickeln, der zu Dir und Deinem Team passt.

In einem kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch kannst du schildern, was dich gerade herausfordert. Wir können gemeinsam besprechen, welche nächsten Schritte sinnvoll sind und ob eine Coaching-Begleitung zu deinem Anliegen passt. Anschließend entscheidest du in Ruhe und ohne Druck.

Fazit auf einen Blick

Das Wichtigste zu schwierigen Mitarbeitertypen zusammengefasst:

  • Die fünf häufigsten schwierigen Typen: Dauernörgler, Widerständler, Einzelkämpfer, Konfliktsucher, Innerlich Gekündigter
  • „Schwierig" beschreibt ein Verhaltensmuster – keine Charaktereigenschaft
  • Führung beginnt mit Beobachtung: Was genau passiert? Wie häufig? In welchen Situationen?
  • Das direkte Gespräch ist unersetzbar – Umwege über Kollegen oder indirekte Signale lösen nichts
  • Hinter schwierigem Verhalten steckt oft etwas Verstecktes: Überforderung, Unterforderung, ungelöste Konflikte
  • Klare Erwartungen + Nachhalten + Konsequenzen = wirksame Führung
  • Zu langes Warten ist der häufigste Führungsfehler bei schwierigen Mitarbeitern

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