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Berufstätige Mentale Gesundheit

Warnsignale psychischer Gesundheit im Arbeitsalltag früh erkennen

Corinna Behling
Corinna Behling |

Psychische Belastung schleicht sich oft auf leisen Sohlen in den Arbeitsalltag. Was als „stressige Phase“ beginnt, kann sich unbemerkt zu einer chronischen Überlastung ausweiten. Anfangs wirkt es vielleicht noch so, als ließe sich alles mit ein bisschen mehr Disziplin, Überstunden oder Kaffee auffangen. Doch je länger dieser Zustand anhält, desto stärker nimmt die innere Anspannung zu – und desto weniger gelingt echte Erholung in der Freizeit. Grenzen werden verschoben, Warnsignale ignoriert, bis sich Erschöpfung, Gereiztheit oder körperliche Beschwerden dauerhaft breitmachen.

Gerade im Berufsalltag, in dem hohe Leistungsbereitschaft oft als selbstverständlich gilt, werden erste Anzeichen gerne abgetan: „Das geht schon wieder vorbei“ oder „Nach dem Projekt wird es ruhiger“. Doch häufig kommt diese Entlastung nicht von allein. Wer die Warnsignale frühzeitig bei sich oder Teammitgliedern erkennt, kann bewusst gegensteuern, bevor Leistungseinbrüche, Fehlerhäufungen oder lange Ausfallzeiten drohen. Es lohnt sich, aufmerksam hinzuschauen – bei dir selbst und in deinem Umfeld – und kleine Veränderungen ernst zu nehmen, statt zu warten, bis der „Not-Aus“-Schalter greift.

Die 7 häufigsten Warnsignale

Achte auf Veränderungen in diesen Bereichen:

  1. Erschöpfung: Müdigkeit, die durch Schlaf nicht mehr behoben wird.
  2. Konzentrationsfehler: Häufige Flüchtigkeitsfehler bei Routineaufgaben.
  3. Reizbarkeit: Überreaktionen bei Kleinigkeiten oder Kritik.
  4. Rückzug: Weniger Teilnahme an informellen Gesprächen oder Kaffeepausen.
  5. Schlafprobleme: Einschlafstörungen durch kreisende Gedanken an die Arbeit.
  6. Zynismus: Eine distanzierte, negative Haltung gegenüber Aufgaben oder Kollegen.
  7. Somatische Beschwerden: Unerklärliche Kopfschmerzen, Nackenverspannungen oder Magenprobleme.

Warum früh handeln?

Prävention ist nicht nur gesünder, sondern auch effizienter. Je früher interveniert wird, desto kürzer ist der Regenerationsweg. Unternehmen und Fachkräfte sparen Kosten und sichern die langfristige Beschäftigungsfähigkeit. Ein frühzeitiges Gespräch oder eine Anpassung der Arbeitslast kann Wochen des Ausfalls verhindern.

Sofort-Maßnahmen

Wenn du merkst, dass das System überhitzt:

  • Mini-Pausen: 5 Minuten bewusst atmen oder aus dem Fenster schauen (ohne Smartphone!).
  • Arbeitslast klären: Prioritäten mit der Führungskraft neu verhandeln.
  • Gespräch führen: Vertraue dich einer Mentorin oder einem Coach an.

 

Wichtiger Hinweis für dich

Die Inhalte und Tipps in diesen Artikeln dienen deiner Information und persönlichen Weiterentwicklung. Sie sollen dich inspirieren und dir dabei helfen, deine mentale Gesundheit im Berufsalltag proaktiv zu stärken.

Bitte beachte jedoch: Meine Artikel sind kein Ersatz für eine professionelle psychologische Beratung, ärztliche Diagnose oder Psychotherapie. Wenn du merkst, dass dich deine Belastungen im Alltag stark einschränken oder du unter psychischen Symptomen leidest, die über normalen Stress hinausgehen, suche dir bitte zeitnah professionelle Hilfe bei einem Arzt oder einer Psychotherapeutin. Coaching und Selbsthilfe-Strategien sind wertvolle Ergänzungen, können aber keine klinische Behandlung ersetzen.

In akuten Notfällen: Solltest du dich in einer akuten Krise befinden, wende dich bitte sofort an die TelefonSeelsorge (DE: 0800 1110111 | AT: 142 | CH: 143) oder kontaktiere den Rettungsdienst unter der 112.

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